Fragen und Antworten zur KKT
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- Was bedeutet es, wenn man von einer Atlasverschiebung spricht?
Der Atlas als oberster Wirbel der Wirbelsäule stellt das Bindeglied zwischen Schädel und Wirbelsäule dar. Bei einer veränderten Statik des Körpers übernimmt er die Aufgabe, diese auszubalancieren. Wenn er sich so aus seiner normalen Position heraus verschiebt, gibt er wiederum fehlerhafte Impulse zurück an die restliche Wirbelsäule, aber verengt auch asymmetrisch den Nervenkanal. Dies irritiert wiederum das Nervensystem, das seinerseits fehlerhafte Impulse an die Muskulatur weitergibt und zur Fehlhaltung führt.
- Wie zeigt sich die Verschiebung im Röntgenbild?
Häufig ist auf den Röntgenaufnahmen selbst dem Laien erkennbar, wie Kopf, Atlas und Halswirbelsäule aus dem Lot verschoben sind. Es ist ein solcher Nachweis aber nicht zwingend erforderlich, um von einer Störung des Atlas zu sprechen. Oftmals sind es funktionelle Störungen (chronische Blockaden und Dysbalancen), die man durch eine manuelle Diagnostik oder durch eine computergesteuerte Bewegungsanalyse herausarbeiten kann.
Nach einer Behandlungsserie sind Veränderungen allein des Atlas oft nicht im Rötgenbild messbar, deutlich wird allerdings häufig die veränderte Position des Kopfes und der Halswirbelsäule.
- Was hat die Verschiebung mit meinem Zustand zu tun?
Das Nervensystem muss ungehindert arbeiten können, um einen Gesundheitsstatus zu erhalten, welcher es dem Körper erlaubt, sich selbst zu heilen. Die Verschiebung bewirkt eine Verengung des Nervenkanals und behindert somit die korrekte Funktion des Nervensystems.
- Was ist eine KKT Korrektur?
Durch die Korrektur wird die Verschiebung der Wirbel beseitigt. Dadurch wird das Volumen des Nervenkanals erhöht und somit der Druck auf das Nervensystem verringert.
- Wie lange wird es dauern, bis ich wieder gesund bin?
Die meisten Symptom-Komplexe haben mehr als eine Ursache, die Verschiebung der Wirbelsäule ist eine davon. Wenn die Verschiebung ein sich niederschlagender Faktor der Krankheit ist, so wird eine saubere Korrektur zu einem guten Ergebnis führen. Die Dauer der Erholung ist abhängig von der Dauer der Erkrankung, dem Beeinträchtigungsgrad der Bänder und der Dominanz der anderen Faktoren des Symptom-Komplexes.
- Wie stellt der Arzt fest, ob es mir besser geht?
Das Wohlbefinden des Patienten ist z.B. ein Indikator für die Veränderung der Statik. Einige objektive Tests werden wie Schwerpunktbestimmung, Haltungstest, Beckenverschiebung, Beinlängenmessung und Beweglichkeit werden regelmäßig von uns durchgeführt. Wenn der Patient sich gut fühlt, aber einer der anderen Tests noch unregelmäßige Werte ergibt, wird dennoch eine Korrektur durchgeführt. Umgekehrt, wenn der Patient sich schlecht fühlt, jedoch die Tests auf eine Stabilisierung hindeuten, wird man nicht unbedingt eine Korrektur vornehmen. Meistens steht das Befinden des Patienten in Korrelation zu den objektiven Testergebnissen.
- Warum braucht es Zeit, um Ergebnisse zu erzielen?
Sieht man einmal von einem massiven Ereignis ab wie z.B. Sturz oder Verkehrsunfall, bei dem es zu einer plötzlichen Verletzung der Wirbelsäule kommen kann, entwickeln sich statische Veränderungen über Jahre und Jahrzehnte hinweg. Der Körper empfindet also seine aktuelle Lage als normal. Die Korrektur des Atlas wirkt sich in der Regel schon nach einer Minute Therapie messbar aus. Die Muskel- und Bandstrukturen ziehen ihn aber wieder in die alte, für den Körper bekannte und scheinbar normale Stellung zurück. Mit jeder Therapiesitzung bekommt die Wirbelsäule sozusagen eine neue Nullstellung programmiert, der sich Bänder, Sehnen und Kapselstrukturen erst langsam anpassen.
- Warum werde ich im Nacken korrigiert, wenn mein Schmerz im unteren Rücken oder den Beinen sitzen?
Der Atlas ist ein empfindlicher Wirbel, der sich auf statische Störungen sehr schnell einstellt. Er ist aber auch positiv gesehen der Wirbel, über den man die restliche Wirbelsäule beeinflussen kann. Die Impulse werden wie bei einem Dominoeffekt von Wirbel zu Wirbel bis zum Steißbein übertragen. Das ist der so genannte mechanische Ansatzpunkt. Im ersten Halswirbel befindet sich mit seinen Ausläufern aber auch das Stammhirn. Hier findet die zentrale Verschaltung des Nervensystems statt, welches indirekt Einfluss nimmt auf die Muskelstimulation und damit auf die Körperhaltung und Körperspannung.
- Wenn ich öfter korrigiert werde, beschleunigt dies meine Genesung?
Prinzipiell nein. Zu Beginn der Therapie setzt man die Sitzungen sehr eng und regelmäßig zwei Mal wöchentlich an, um einen möglichst schnellen Effekt bezüglich der Statikveränderung zu erzielen. Letztendlich benötigt jeder Fall, jeder Patient, jeder Körper unterschiedlich lange für eine Genesung. Die Erholungsrate wird durch die Fähigkeit des Körpers, sich selbst zu heilen, durch die Sorgfalt des Patienten gegenüber seiner Korrektur, durch gute Lebensgewohnheiten, durch die Kooperationsbereitschaft des Patienten bestimmt.
Durch die mehrjährige Studie von Dr. Khan und seinem Team hat sich ein Zyklus von etwa 15 Therapiesitzungen als sinnvoll erwiesen.
- Welche Vorsichtsmaßnahmen sollte ich nach der Korrektur treffen?
Ihr normales Alltagsleben bleibt unbeeinträchtigt. Die Halswirbelsäule sollte allerdings vor Störfaktoren geschützt werden. Vermeiden Sie es, extrem nach oben zu schauen. Wenn Sie liegen, benutzen Sie nicht den Kopf als Hebel, um sich umzudrehen. Vermeiden Sie jede übermäßige Beanspruchung der Nackenmuskulatur.
- Bin ich wieder gesund, wenn ich mich besser fühle?
Nein. Das bedeutet nur, dass sich das Nervensystem von den durch die Verschiebung bedingten Verletzungen erholt und dass der Patient auf die Behandlung anspricht.
- Kann ich weiterhin Schmerzen haben, trotz Korrektur?
Ja. Der Körper benötigt Zeit, sich anzupassen. Und Sie müssen bedenken, dass auch andere Faktoren eine Rolle im Symptomenkomplex spielen, wie z.B. Rheuma, Gicht oder Entzündungen, und dass der Erholungsprozess lange andauern kann.
- Kann der Patient sagen, ob er eine Korrektur braucht oder nicht?
Der Patient kann sich nicht sicher sein. Wenn er nach seinen Empfindungen entscheidet, kann er durch die verstärkte Aktivität der Nerven nach der Korrektur auf seinen Zustand hingewiesen werden. Die Notwendigkeit einer Korrektur kann ausschließlich durch genaue Messungen bestimmt werden, keinesfalls aber durch die Symptome – diese sind nur die Reaktion des Körpers auf die Korrektur.
- Warum sollte ich weiter den Arzt aufsuchen, wenn ich mich nach der Korrektur besser fühle?
Die Erholung eines Patienten ist nicht abgeschlossen, solange der Heilungsprozess nicht abgeschlossen ist. Wenn sich der Patient nach seiner ersten Korrektur besser fühlt, so bedeutet das nicht, dass sich sein Nervensystem vollständig von den Schäden der Verschiebung erholt hat. Nach der Korrektur verändern sich die betroffenen Nerven in Bezug auf ihre Größe und ihre Position. Dieser Prozess braucht Zeit, damit die Nerven wieder voll funktionsfähig werden. Der Patient sollte bis zur vollständigen Genesung regelmäßig zur Untersuchung kommen, da in den ersten Monaten ebenfalls die Möglichkeit besteht, dass die Wirbelsäule sich verändert. Dies ist normal, aber wenn der Patient nicht mehr zur Untersuchung kommt, kann der Arzt diese Veränderung nicht feststellen und er verliert die Kontrolle über diese Veränderungen.
- Warum habe ich nach meiner Korrektur Empfindungen, die ich vorher nicht hatte?
Viele der Empfindungen werden über das zentrale und periphere Nervensystem weitergeleitet, wie z. B. Wiederherstellung des Körperzentrums, Verbesserung der Atmung und Blutzirkulation, verbesserte Herzschlagrate, Positionsverbesserung vieler innerer Organe uvm.
- Wird jeder Fall gleich korrigiert?
Obwohl jeder Fall im Nacken korrigiert wird, existieren keine zwei identischen Fälle. Es gibt tausende verschiedene Kombinationen von Missstellungen und jede erfordert eine individuelle Therapie. Die Art und Weise wird durch die exakte Analyse von speziellen Röntgenbildern und der Wirbelsäulenvermessung bestimmt und letztendlich computergesteuert durchgeführt.
- Warum fühlt sich die Behandlung so sanft an?
Das liegt daran, dass die Korrektur mit einer Art hydraulischen Welle bewirkt wird. Sie entspricht einer vorsichtigen Mobilisierung. Im Gegensatz zur manuell durchgeführten Atlastherapie mit einem einzigen, festen Impuls wird durch die KKT der Impuls in viele kleine Impulse zerlegt.
- Gibt es Übungen zur Stärkung meiner Wirbelsäule?
Ja. Krankengymnastik, Wirbelsäulengymnastik und Rückenschule spielen eine bedeutende Rolle, um die neu erzielte Haltung zu stabilisieren. Sie erhalten exakte Vorgaben für den Bereich Physiotherapie.
- Kann ich mich wohlfühlen und trotzdem eine Missstellung haben?
Der Körper hat die Fähigkeit, sich bei bestimmten Belastungen anzupassen (Adaption), zu kompensieren. Der Patient kann unter starken Rückenschmerzen und einer Verschiebung leiden, und wenn der Arzt nichts tut, werden sich die Schmerzen sicher bessern, die Verschiebung jedoch bleibt und der Patient passt sich den Beschwerden an. Solange die Wirbelsäule nicht korrigiert ist, werden die Schmerzen allerdings immer wieder kommen.
- Wenn ich schnell auf die Behandlung anspreche und mich nach ein oder zwei Korrekturen besser fühle, warum soll ich dann weiter zu den Therapiesitzungen kommen?
Die Verschiebung ist ein sehr delikater Mechanismus. Eine Verschiebung, nicht größer als eine Bleistiftmarkierung, kann eine neurologische Unausgeglichenheit verursachen, welche solange anhält bis die Verschiebung komplett korrigiert und stabilisiert ist.
- Sollte sich jeder auf eine Verschiebung untersuchen lassen?
Ja. Es ist sehr einfach festzustellen, ob eine Verschiebung vorliegt oder nicht. Viele Patienten stellen sich vor und haben keine Verschiebung, dann werden sie auch nicht weiter behandelt oder geröntgt. Dies trifft meist auf Kinder zu. Wenn eine Verschiebung festgestellt wird, hat der Patient die Wahl zur direkten Korrektur oder zu einem späteren Zeitpunkt, wenn Beschwerden auftreten.
- Was erwartet mich nach der Atlaskorrektur?
Es können Veränderungen eintreten. Um zur Heilung zu gelangen, muss der Körper verschiedene Zyklen der Genesung durchlaufen, welche sich sehr häufig durch einige der folgenden Symptome bemerkbar machen können:
- Das kurze Bein fühlt sich länger an
- Schwindel und Kopfschmerzen
- Erkältungssymptome
- Muskelkater in anderen Regionen des Körpers
- Schmerzen in der Region einer älteren Verletzung
- Kribbeln und Ameisenlaufen in Armen und Beinen
- Durchfall oder Verstopfung
- Herzklopfen
Die Symptome sind häufig ein positives Zeichen dafür, dass der Heilungsprozess begonnen hat.
Die Unterschiede in der Art der Veränderungen sind begründet durch die verschiedenen betroffenen Nerven in jedem individuellen Fall. Es gibt 300 Billionen Nerven im Rückenmark, von denen jede einen bestimmten Teil des Körpers steuert.
Diese Veränderungen sind wichtig und sollten bei der nächsten Therapiesitzung erwähnt werden. Die Korrektur orientiert sich allerdings nicht an diesen Symptomen, sondern an verschiedenen Tests, die die neurologische Integrität bestimmen. Diese sind der sichere Indikator für bereits erfolgte Korrekturen.
- Gibt es Risiken bei der Therapie?
Die Therapie wird über eine spezielle Software errechnet und dann computergesteuert durchgeführt. Damit ist die korrekte Therapierichtung gewährleistet. Bei Störfällen, z.B. falls der Patient seine ursprüngliche Lage verlässt oder der Kopf verrutscht, stoppt die Therapie. Ansonsten handelt es sich um eine vorsichtige Mobilisation des Wirbelkörpers ohne Risiko.
- Warum hilft die Therapie auch bei Tinnitus und Schwindel?
Voraussetzung ist, dass in Kopf und Ohr keine organischen Schäden vorliegen. Die Therapie kann nicht helfen, wenn Innenohr oder Kleinhirn geschädigt sind. Allerdings sind das tatsächlich nur die seltensten Fälle. Zum einen hilft die Therapie über die bereits erwähnte Statik. Wenn die gesamte Wirbelsäule im Lot steht, die Muskulatur ausgeglichen und symmetrisch arbeitet, dann reduziert sich meist der Schwindel spontan. Tinnitus kann auch über eine asymmetrische Muskelspannung der Halswirbelsäule ausgelöst werden, meist ist es aber ein Zeichen einer Durchblutungsstörung. Die wichtige Arteria vertebralis schlängelt sich durch den Querfortsatz. Wenn dieser verkippt steht, dann kann die Arterie dadurch eingeengt werden und so zu einer Mangeldurchblutung führen.
- KKT bei CMD?
Die KKT ist ein wichtiger Baustein zur Behandlung der Craniomandibulären Dysfunktion (CMD), da sie sich auch auf die Stellung der Kiefergelenke auswirkt.
- KKT bei Skoliose?
Eine korrigierende Wirkung (verbesserte Stellung der Wirbelsäule) kann man nur herbeiführen, wenn man zeitig genug mit der Therapie beginnt. Unsere Erfahrung zeigt, dass man professionell und gezielt mit Kindern ab etwa 10 Jahren arbeiten kann. Die Atlas-Therapie führt zu einer Sensibilisierung des muskulären Tonus, greift über das vegetative System auf die neuromuskuläre Steuerung zu und bahnt somit Zusatztherapien wie Krankengymnastik oder Ergotherapie einen besseren Zugang.
Die Therapien werden grundsätzlich in größeren Abständen durchgeführt, nach dem Einstieg in die Therapie etwa alle 4-6 Wochen. Insgesamt wird man das Kind/den Jugendlichen über die Wachstumsphase begleiten.
Die KKT in Kombination mit einer Krankengymnastik ist auf jeden Fall als Alternative zur Korsettbehandlung zu prüfen.
- KKT bei Migräne?
Laut Definition handelt es sich bei der "Migräne" um eine zeitweilige Störung des Gehirns mit wiederkehrenden, einseitigen Kopfschmerzattacken und vegetativen Symptomen (Übelkeit, Lichtempfindlichkeit). Die Kopfschmerzen sind in der Regel pochend und pulsierend, treten spontan auf und dauern häufig zwischen 4 und 72 Stunden an.
Als Trigger der Migräne werden unzählige Faktoren diskutiert: Ernährung, Hormone, Schlaf, Stress, körperliche Faktoren. Ein über Jahre hinweg sich aufbauendes Ungleichgewicht kippt plötzlich und löst das Beschwerdebild aus. Ansatz zum Ausgleich ist der Atlas. Die Migräne ist eine unserer "Lieblingsdiagnosen", da sehr gut und effektiv therapierbar.
Häufig werden chronische Kopfschmerzen von Laien selbst als "Migräne" bezeichnet. Dabei handelt es sich doch oft um den "Spannungskopfschmerz", der als dumpf drückend oder ziehend beschrieben wird. Meistens entsteht er im Hinterkopf oder Nackenbereich und überzieht beide Kopfhälften. Damit sind wir auch wieder bei der Ursache "Halswirbelsäule" angelangt.
